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"Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang.
Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre, aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang.
Diese sind unentbehrlich."
Bertold Brecht

"Ich möchte Weltbürger sein, überall zu Hause und, was noch entscheidender ist, überall unterwegs." 
       
Eramus von Rotterdam

"Ich bin ein Bürger, nicht von Athen oder Griechenland aber von der Welt."
          Sokrates


Reisen nach Liepãja/Lettland:

www.ebden-reisen.de
Tel: +49 6403 74117
Fax: +49 6403 72953

Kombinierte Reise
Liepãja/Lettland und
Kurische Nehrung/
Litauen:

www.nehrung-reisen.de

 
 
 

 

 
 

 

Von 1985 bis zum 31. März 2006 vertrat ich die Bürgerschaft meiner Wahlheimatstadt Darmstadt.
Links oben: Die Stadtkirche, rechts daneben der "Lange Ludwig", Darmstadts Wahrzeichen auf dem Luisenplatz. Rechts oben die Ludwigskirche, unten das Schloss und das Alte Rathaus am Marktplatz.

Meine Aufgaben waren:
Mitglied im Ausschuss Bauen, Planen und Verkehr
Mitglied im Umweltausschuss und öffentliche Einrichtungen
Mitglied im Ausschuss f. Fragen d. Gleichstellung und interkulturelle Fragen
Mitglied in der Verbandsversammlung der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (DADINA) und ZAS (Zweckverband Abfallverwertung Südhessen)
Mitglied in weiteren Kommissionen

Kommunalpolitik ist "Politik zum Anfassen", für mich zum Greifen. Ich wollte nicht mehr "auf dem Balkon stehen" und zuschauen. Mitgestalten und Mitverantworten war schon immer meine Devise, ob im Betriebsrat, im Vertrieb meiner ehemaligen Firma oder in der Kommunalpolitik.

Die liberale und weltoffene Bürgerhaltung der Mehrheit meiner Wahl-Heimat Darmstadt kommt meiner Grundeinstellung sehr entgegen. Die Erhaltung und der Ausbau der Freundschaft zu unseren 15 Schwesterstädten liegt mir am Herzen. Besonders zu den Städten jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhanges pflege ich Kontakte: Freiberg in Sachsen, Plock in Polen, Liepaja in LettlandLiepaja in Lettland, Szeged in Ungarn und Ushgorod in der Ukraine.

Die Innenstadt muss weiterentwickelt werden, der Einzelhandel muss gestärkt werden.

Den öffentlichen Personen-Nahverkehr gilt es weiter zu fördern. Bezahlbare Wohnungen gehören zu meinem sozialdemokratischen Grundverständnis.

Besuch im Willy-Brandt-Haus mit Brigitte Zypries MdB


Der "Französische Dom" am Gendarmenmarkt.

Berlin ist wieder Weltstadt
Darmstädter „Nordlichter“ bei Brigitte Zypries 


Von Klaus Wieland

Was ist eine Weltstadt? Ich behaupte, dass man es riechen kann. Mit ver- bundenen Augen könnte man mich „Unter den Linden“ absetzen – ich würde Berlin ebenso riechen, wie die Weltstädte Paris, Rom oder London. Die Berliner Entwicklung nach der Wende vor 20 Jahren ist phänomenal. Zwischen 1994 und 1997 war ich be- ruflich fast wöchentlich in der Nicht- mehr-Frontstadt: Der Himmel wurde von Baukränen beherrscht. Der Ex- Grenzbahnhof Friedrichstraße stand ohne Dach da. Die Stadt wurde von einer unbeschreiblichen Hektik ge- prägt. In den Folgejahren war ich da- durch nur drei Mal in Berlin.

Jetzt ist alles anders. Berlin hat das Flair einer Hauptstadt inklusive „obli- gatorischen“ Bausünden, die nicht ausbleiben konnten. Man kann ge- mütlich über die Boulevards schlen- dern, sich die Museumsinsel anschau- en und die Prachtexemplare im Per- gamon- oder Bode-Museum betrach- ten. Oder an den Theatern vorbei zum wunderschönen Gendarmen- markt schlendern. Im U-Bahnhof „Französische Straße“ erinnere ich mich immer an die Geisterfahrt durch Ostberlin vom Gesundbrunnen bis zur Kochstraße.

Nein – ich bin jetzt Berlin-Fan. Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte eine Gruppe eingeladen, darunter viele aus Darm- stadts drei nördlichen Stadtteilen. Der obligatorische Besuch im Gebäude des Bundestages – „Reichstag“ geht mir schwer aus der Feder – war eine Facette des Besuchs. Perfekt und fast ohne Baukräne ist Berlin aus der Kuppel zu betrachten. Für viele war der Besuch im Außenministerium der Höhepunkt des politischen Teils des Besuchs. Eine echte Diplomatin – keine angelernte Fremdenführung – stand Rede und Antwort und es sprach für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass man aus Zeit- gründen den Dialog abbrechen musste. Natürlich geht eine von einer SPD-Abgeordneten eingeladene Gruppe ins Kreuzberger Willy- Brandt-Haus. 

Unter die Haut ging allen das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“. Das Zentrum holt die Aufbereitung der Nazizeit nach, die meiner Meinung nach in den 1950er und 1960er Jahren versäumt wurde. Mir gingen die Aussagen meiner Generation durch den Kopf: „Nie wieder Nazis – nie wieder Krieg.“ Nicht direkt vergleichbar aber Terror auf andere Art zeigte die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße.

Weiterer Höhepunkt war der Besuch des Jüdischen Museums – allein die Gänge und symbolischen Darstellungen gingen unter die Haut. Ich habe viel Neues über jüdische Mitbürger gelernt.

MdB Brigitte Zypries nahm sich drei Stunden Zeit für eine in jeder Be- ziehung grenzenlosen Schifffahrt auf der Spree von Treptow bis Bellevue. Lob und Dank gab es für sie und ihre Mitarbeiterinnen. Was ich nicht für möglich gehalten habe: In meinem Kopf existiert noch eine kleiner Teil der Mauer: Unser Bus stand im Bezirk Mitte – Ex-Ostberlin – und ich suchte ein Cafe im Bezirk Tiergarten auf. „Wie kommst du zum Bus zurück?“ So schoss es mir durch den Kopf. Da muss ich noch an mir arbeiten. „Erst wenn keiner mehr sagt: Hier war die Grenze, ist die Vereinigung endgültig vollbracht.“ Diese Worte meines Freundes Horst Deutscher aus Darmstadts sächsischer Partnerstadt Freiberg passen dazu.

"Diese Ehrung verdanke ich meinem Vorstandsteam" 
Klaus Wieland nahm Freundschaftsplakette entgegen
Von links: Bürgermeister Wolfgang Glenz, Walter Schmidt (Vorsitzender der Initiative), Waltraut von Tiesenhausen, Annegret Wieland, Klaus Wieland, Imanta Molter (Schriftführerin) und Schatzmeister Gerd Grünewaldt.
Lieber Bürgermeister Wolfgang Glenz, sehr geehrte Damen und Herren,

vielen herzlichen Dank für die Ehrung.

Freundschaft in Frieden und Freiheit, der Name dieser Ehrung entspricht meiner Lebenseinstellung.

„Nie wieder Nazis, nie wieder Krieg“, war die Devise meiner Generation.

In den 50er Jahren sagte ich zu meinen Eltern und Großeltern:

„Ich will beim Frühstück entscheiden können, ob ich heute hinter den Ural oder an den Atlantik ohne Visum, Repressalien und Angst reise.“

Damals ein Vision.

„Das wirst Du nie erleben,“ war die Reaktion. Und weiter: „Jede Generation hat einen Krieg erlebt – auch Du wirst ihn erleben.“

Inzwischen leben wir in Europa seit 63 Jahren ohne Krieg. Die Europäische Gemeinschaft ist stabil, der Euro ist eine Erfolgsgeschichte. Wir alle müssen weiter am gemeinsamen Haus Europa bauen.

1989/90 begann für mich mit dem Fall des Eisernen Vorhangs die Reisefreiheit in Richtung Osten.

Zusammen mit Stadtrat Gerhard Busch war ich auf der Suche nach einer Partnerstadt für Darmstadt in der damaligen DDR. Unterstützt wurden wir von der TU. Das mündete im gemeinsamen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung für Freiberg in Sachsen. Freiberg habe ich unzählige Male besucht.

1992 besuchte ich Plock in Polen und war bei der Verschwisterung in Ushgorod dabei.

1993 hatte ich das große Glück, bei der Feier in Liepaja dabei zu sein.

Damals lernte ich dort einen der großartigsten Menschen kennen:
Frau Waltraut von Tiesenhausen, die heute hier unter uns ist. Ihre Kraft, ihr immerwährender Optimismus und ihre Ideen haben mich beflügelt. Ich danke Frau von Tiesenhausen dafür von ganzem Herzen.

Alle Partnerstädte Darmstadts jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhanges kenne ich.

Und da gibt es ein weiteres Vorbild: Den leider verstorbenen Freund Heinrich Knieß – seine Frau ist heute hier. Heinrich Knieß hat die Partnerschaften mit Szeged und Gyönk in Ungarn begründet. Seiner und der Name seiner Frau stehen für die Versöhnung zwischen Deutschen und Ungarn.

Danken möchte ich auch Dagmar Lindenberg-Blöcker und meinen Vorstandskollegen von der Darmstädter Initiative für Liepaja, Imanta Molter, Walter Schmidt , Gerd Grünewaldt und meiner Frau. Ihnen verdanke ich einen Teil der heutigen Ehrung.

Mai 2008

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Stand: 01.09.10